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Little Lilies Diary | 29. November 2017

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4 Kommentare

Sehnsucht nach Natur? Die norddeutsche Insel Amrum entspannt junge Eltern!

Der letzte Stress bleibt auf dem Festland: Kurz vor der Auffahrt auf die Fähre wird das Kind unruhig, schnell noch stillen auf der Rückbank, wieder rein ins Maxi Cosi und entspannt in unseren Kurztrip nach Amrum starten. Seeluft, Strandspaziergänge und Fisch essen – wir können es kaum erwarten endlich Richtung Norden zu fahren.

Louise ist vor 3 Monaten geboren und wir befinden uns seitdem in einer schönen, aber auch etwas einseitigen Blase – im Viertel spazieren gehen, einkaufen, kochen, schlafen. Ein Ortswechsel tut da mal gut.

Spaziergang mit dem Kinderwagen über Amrum

Juist und Sylt kenne ich schon, so fällt unsere Wahl auf Amrum. Ich muss erst nachsehen, wo genau die Insel liegt – unterhalb von Sylt, neben Föhr. Was uns sehr gut gefällt, ist, dass wir in vier Tagen die ganze Insel erkundschaften können, vermutlich sogar zwei mal – bei 10 km Länge und 2,5 km Breite kein Problem. In Hamburg machen wir auch alles zu Fuß, aber ich sehne mich nach Spaziergängen in der Natur – nach einer längeren Erkältung wird uns die frische Meeresluft gut tun.

Die norddeutsche Insel Amrum – Anreise

Schon die 2-stündige Überfahrt mit der Fähre ist eine Erholung. Louise wird durch die sanften Bewegungen der Fähre in den Schlaf geschaukelt, wir trinken an einem großen Tisch mit Blick nach draußen („Hast du die Robbe gesehen?“ – „Boah!“) Ostfriesentee. Ich mache sogar ein kleines Nickerchen – pures Wellness-Feeling.

Baby schläft auf der Fähre nach Amrum

Das Kind schläft, Eltern happy

In Wittdün im Süden der Insel angelegt, fahren wir mit dem Auto einmal über die ganze Insel nach Norddorf. Die Zubringerstraße ist erst etwas enttäuschend – eine stinknormale Landstrasse halt, ohne Sicht aufs Meer oder die Dünen, aber dann fahren wir an tollen alten friesischen Häusern vorbei und kommen schließlich in unserer Zielstrasse an.

Unser Vermieter gibt uns direkt einpaar wertvolle Tipps, was man auf der Insel machen kann. Leider fällt eine Wattwanderung mit einem so kleinen Baby flach, aber es gibt genug andere Aktivitäten und wir werden uns sicher nicht langweilen. Und wenn doch, ist das auch nicht schlimm, wir wollen ja etwas ausspannen. Das Beste liegt direkt vor der Haustür: Die Wohnung ist hell und gemütlich und wir haben einen wundervollen Blick auf die Dünenlandschaft Amrums. Das macht Lust auf Meer – wir stapfen los.

Spaziergang mit dem Kinderwagen über Amrum

Die wunderschöne Dünenlandschaft direkt vor der Haustür

Die norddeutsche Insel Amrum – Strandspaziergang

Wirklich bemerkenswert auf Amrum sind die breiten Strände – manchmal sieht man am Horizont nicht einmal das Meer, so weit ist der Strand. Ende März ist noch keine Saison, also sind wir die meiste Zeit fast alleine und weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Wir machen Witze, dass wir auf dem Mond gelandet sind – so fühlt es sich jedenfalls an und sieht streckenweise auch so aus.

Eltern am Amrumer Strand

Der Strand gehört uns allein

Die norddeutsche Insel Amrum – Friesentorte

Die Sehnsucht nach Natur geht bei mir Hand in Hand mit dem Bedürfnis nach Zucker: Nach einem langen Spaziergang am Strand in der Einsamkeit tut Kontrastprogramm zwischendurch gut – unseres sieht so aus, dass wir in Norddorf immer zur gleichen Zeit einen Kaffee trinken und ein Stück herrliche Friesentorte essen – ein absolutes Highlight, nicht nur für stillende Mütter. Wir haben so Glück mit dem Wetter und sitzen draußen in der Sonne. Ich denke mir: So könnte es immer sein. Wasser, Sonne und Friesentorte. Etwas anderes brauche ich nicht mehr. Dick und glücklich bis ans Ende der Tage.

Die norddeutsche Insel Amrum – Öömrang Hüs

Wenn man möchte kann man sich zur weiteren Entschleunigung an den Anfang des 20. Jahrhunderts katapultieren lassen und das Öömrang Hüs besuchen. Eine Zeitreise in ein friesisches Haus vor dem ersten Weltkrieg. Wir haben Glück und bekommen noch einen Einblick in die Geschichte von einem Zeitzeugen, der dem Museum Leben einhaucht, indem er uns von den ehemaligen Bewohnern des Hauses erzählt.

Öömrang Hüs auf Amrum

Das wunderschöne Öömrang Hüs

Mit einem kleinen Baby verändert sich die Geschwindigkeit des Lebens. Im Grunde fühle ich mich ein bisschen in meine eigene Kindheit zurück katapultiert und habe wieder Freude daran, Dinge zu entdecken – auch die einfachsten. Meine Tochter gibt den Rhythmus vor und daran muss ich mich anpassen, ob ich will oder nicht. Darin sehe ich aber auch eine große Chance von Zwängen und der Hetze des Alltags einmal wegzukommen und in den Tag hineinzuleben. So erkläre ich mir die Sehnsucht nach Natur und Weite – den Kopf frei bekommen, Bewegung und Sauerstoff tanken. Dem Kind die Schönheit der Welt zeigen. Das geht auch in der Großstadt, aber eben nur eingeschränkt. Wer nicht auf dem Land lebt und auf die Vorteile einer Stadt nicht verzichten will, für den sind einige Tage Auszeit auf der Insel eine gute Alternative. Immer dort leben könnte ich nicht, aber für mal so tun als ob, das geht sehr gut.

Baby schläft auf Amrum

Louise das erste Mal am Meer

Petra auf Amrum

Wind um die Nase wehen lassen

Fähre bei der Anreise Amrum

Tschüss Amrum, bis zum nächsten Mal

Hier geht es zu unserer Ferienwohnung auf Amrum.


DIE GASTAUTORIN:

petra herbert-gastautorenfoto

Petra Herbert – Geboren in Transsilvanien, aufgewachsen im Schwarzwald, studiert in Ostwestfalen und mittlerweile seit 4 Jahren in Hamburg, ging es für Petra immer weiter Richtung Norden. Hier fühlt es sich nach „Heimat“ an und deshalb muss sie alle paar Monate raus aus der Stadt, um dann auch gerne wieder zurück zu kommen. Als Fotografin und Fotoredakteurin hat sie das Privileg viele neue Orte kennen zu lernen, das Fremde zu erkunden, über den eigenen Schatten zu springen und dann wieder sicher im Hafen anzukommen. Der kühle Wind tut gut, kurz die Seeluft einatmen, innehalten und dann weiterziehen. Vielleicht mal in den Süden.

Kommentare

  1. Einfach herrlich, ganz besonders, wenn noch nicht so viele Menschen dort unterwegs sind, die die Ruhe doch wieder ein bisschen stören. Verrückt oder, obwohl ich selbst ein Touri bin, empfinde ich andere Touris oft als störend. 🙂

    Übrigens, die Bilder sind auch mega schön!

    Viele Grüße
    Rebecca

    • Pia

      Hey Rebecca, das kann ich sehr gut verstehen.
      Das Lob für die Fotos geht direkt an unsere liebe Petra, die den Beitrag geschrieben hat.
      Sie ist übrigens auch Fotografin: http://www.petraherbert.com/portfolio/

      LG,
      Pia

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